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Ein Recht auf Schund!

Computerspiele sind Kunst, somit gelten für dieses Genre auch die grundgesetzlich verbrieften Rechte der künstlerischen Freiheit, und Erwachsene haben das Recht, sich "Schund" oder Geschmacklosigkeiten anzusehen.
Anstatt sich mit immer neuen Vorschlägen zur Maßregelung und Reglementierung von "bösen" Computerspielen zu übertreffen oder das Genre insgesamt zu verteufeln, sollte die Politik sich lieber Gedanken über die Förderung guter Spiele machen.



Diese Worte stammen nicht etwas von einem potentiellen soziopathischen Amokläufer (sprich: Gamer) oder von einem Softwareentwickler oder einem Spiele-Magazin-Journalisten...

Nein, diese Worte stammen von einem gewissen Olaf Zimmermann, seineszeichens Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats.

"Erwachsene müssen das Recht haben, sich im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch Geschmacklosigkeiten oder Schund anzusehen bzw. entsprechende Spiele zu spielen. Die Meinungsfreiheit und die Kunstfreiheit gehören zu den im Grundgesetz verankerten Grundrechten. Die Kunstfreiheit ist nicht an die Qualität des Werkes gebunden. Kunstfreiheit gilt auch für Computerspiele."
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Im parteiübergreifenden Geschrei nach Zensur tut eine solche Stimme der Vernunft wirklich gut. Vor allem der Ruf nach Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen (Natürlich auch von Erwachsenen) als Alternative zu rigorosem Verbots-Wahn ist endlich mal ein Schritt in die Richtige Richtung.

Fehlende Medienkompetenz zieht sich quer durch die Gesellschaft und durch alle Medien. Von Menschen, die unkritisch den Inhalt der Bildzeitung als Tatsachen ansehen, über Kinder, die sich von künstlich erschaffenenen "Superstars" das Geld aus den Taschen ziehen lassen, zu Deppen, die Raplyrics als Gesellschaftsmodell sehen.

Vielleicht hört es dann auch endlich auf, dass der Jugendschutz als Hure missbraucht wird, die für jeden reaktionären und verklemmten Zensurwahn die Beine als Vorwand breit machen muss.

23.8.07 12:33

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